Was ist artgerechte Ernährung für Hunde und Katzen – und was nicht?
Wir Menschen haben die freie Wahl, ob wir zum Beispiel Fleisch essen, auf pflanzenbasierte Nahrung setzen, selbst kochen, Fertigtüten löffeln oder in ein Sternerestaurant gehen. Dabei können wir unsere Entscheidung auf Basis von persönlichen Vorlieben, unserem Geldbeutel und Gedanken zu Umwelt Ethik und Nachhaltigkeit treffen. Unsere Tierchen können das nicht, denn sie sind darauf angewiesen, dass ihre Halterinnen und Halter wissen, was ihre Tiere brauchen und sie entsprechend versorgen.
Hunde und Katzen sind Fleischfresser
Und Hunde und vor allem Katzen brauchen frisches, hochwertiges Fleisch, um zu gedeihen. Schon ihr Gebiss zeugt davon, denn beide Arten haben ein sogenanntes Scherengebiss. Sie können pflanzliche Nahrung nicht mit den Zähnen zermahlen, da sie ihren Kiefer nur auf-und zuklappen und nicht seitlich bewegen können. Anders als bei uns Menschen beginnt ihr Verdauungsprozess folgerichtig auch nicht schon im Mund, sondern erst im Magen und Darm.
Der Darm – die wichtige Schaltzentrale
Auch die Darmlänge ist entscheidend: Katzen haben ein Verhältnis von 1:3 in Bezug auf Körperlänge, Hunde 1:5 und wir Menschen 1:6. Ein Schaf als Pflanzenfresser hat ein Verhältnis von 1:24 und hat somit genügend Zeit, um die Pflanzen bestmöglich aufzuspalten und zu verwerten. Wir Menschen sind bei Darmlänge und Gebiss also irgendwo dazwischen und können prima pflanzliche Nahrung verwerten, wenn auch nicht so gut wie ein Schaf. Rein pflanzliche Proteine sind also leider nichts für unsere Samtpfoten und Hunde.
Während Katzen obligate Fleischfresser sind und einen höheren Proteinbedarf haben, können Hunde neben Proteinen auch einen gewissen Anteil an Kohlenhydraten und Pflanzen in ihrer Ernährung vertragen. Doch beide können pflanzliche Stoffe schlichtweg nicht optimal verdauen und verwerten, was letztlich zu einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen führen kann.
Darmgesundheit
Der Darm ist auch Sitz des Mikrobioms, das enorm wichtig für das Immunsystem ist. Zudem gibt es eine erwiesen enge Verbindung zwischen Darm und mentaler Gesundheit bei uns Menschen. Bei Tieren wird es wohl genauso sein. Grund genug, das Mikrobiom wertzuschätzen und nicht durch bakterientötende Konservierungsstoffe und andere Zusätze zu schädigen. So gesehen geht nicht nur Liebe durch den Magen, sondern auch Gesundheit.
Was macht gutes Futter aus? (Bitte zum Lesen ausklappen)
- Viel frisches, genau deklariertes Fleisch, das auch wirklich als Lebensmittel erkennbar ist (bei Katzen mind. 80 Prozent, besser 99 Prozent, bei Hunden mind. 70 Prozent, besser 95 Prozent)
- Keine Tiermehle
- Bei Hunden: Gemüse und leicht bekömmliche Ballaststoffe wie zum Beispiel Reis
- Bei Katzen maximal 5 Prozent Ballaststoffe
- Keine pflanzlichen Nebenerzeugnisse und kein Mais, Soja, Nudeln
- keine Zuckerzusätze, keine Lockstoffe, Aromen, Konservierungsmittel
- Logische und wirklich transparente Deklaration mit der genauen Bezeichnung, welches Fleisch in welcher Menge drin ist
Was gehört ins Futter – und was nicht?
Die empfohlenen Mindestmengen an Nährstoffen lassen sich auf dem Papier schnell zusammenstellen und auf vielerlei Art in einem Futter erreichen. Tatsächlich sagen sie nichts darüber aus, wie hoch die Qualität und die Verwertbarkeit der Zutaten sind. Denn 10 Prozent Rohproteine aus Soja und Kuh-Hufen sind eine ganz andere Nahrung als 10 Prozent Rohproteine aus frischem Fleisch. Der Körper der Tiere kann das so angebotene pflanzliche oder minderwertige Protein kaum verwerten und es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Bei einem Futter aus mehrheitlich Hufen und Soja wage ich schlichtweg zu bezweifeln, dass es alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stellt. Eins sei gesagt – ein gewisser Anteil Fell, Federn etc. ist durchaus okay für die Tiere – denn in der Natur ist es ja auch so, allerdings nur in geringen Mengen.
Protein ist nicht gleich Protein
Da Kuh-Hufe, Federn, Fell und so weiter zudem eher geschmacksneutral sind, kommen oft Aromen und Zusatzstoffe hinein. Auch habe ich schon einmal gelesen, dass jemand Tiermehl als besonders proteinreich beschrieben hat, denn es wäre ja konzentriert und gut aufzunehmen. Die Wahrheit ist leider, dass es meist aus Kadavern oder Schlachtabfällen der Kategorie 3 besteht und es so fein gemahlen ist, dass die Bestandteile sich nicht mehr identifizieren lassen – mitunter werden vielleicht auch mal Halsbänder und Ohrmarken mitgemahlen. Tiermehl ist übrigens für Rinder und Schweine nicht mehr als Futter zugelassen, wenn sie für den menschlichen Verzehr gedacht sind. Unseren Hunden und Katzen dürfen sie nach wie vor vorgesetzt werden.
Was ist Fleisch der Kategorie 3?
Wie oben schon mit Federn und Hufen angedeutet, ist auch das sogenannte Fleisch der Kategorie 3 in deutschen Tierfuttern erlaubt. Es ist reichlich verfügbar, preisgünstig und wird deshalb gerne eingesetzt – logisch, oder? Darin kann alles Mögliche sein – die genauen Anteile sind kaum nachprüfbar.
Das darf laut Gesetz verwertet werden (Bitte zum Lesen ausklappen)
Zur Kategorie 3 zählen laut Gesetz:
-Schlachtkörperteile und Teile von genusstauglichen Tieren, wenn sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht zum menschlichen Verzehr verwendet werden, sowie nach den Gemeinschaftsvorschriften als untauglich zurückgewiesen wurden, jedoch keine Anzeichen auf Mensch oder Tier übertragbare Krankheiten aufwiesen. Dazu gehören Geflügelköpfe, Häute und Felle, Hörner und Füße, Schweineborsten, Federn und Blut,
-Materialien von Wasser-, Weich- und Krebstieren, wirbellosen Tieren, Brüterei- und Ei-Nebenprodukten, Eier, getötete Eintagsküken, sofern keine Anzeichen von auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheiten vorliegen, Teile von lebenden Tieren wie zum Beispiel Blut, Wolle, Federn, Haare und Rohmilch.
-Ehemalige tierische Lebensmittel, sowie tierische Nebenprodukte, die bei der Gewinnung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen anfallen und Küchen- und Speiseabfälle, mit Ausnahme derer von international eingesetzten Verkehrsmitteln.
(Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat https://www.bmleh.de/DE/themen/tiere/tiergesundheit/tierische-nebenprodukte/tierische-nebenprodukte-kategorie.html
Sinnvolle Resteverwertung?
Kurzum: Die Vorstellung von einer nachhaltigen Resteverwertung von Fleischstücken, die zu klein sind, frischen Organen, Innereien und Karkassen klingt schön – aber wirklich realistisch ist das im großen Stil wohl nicht. Denn leider kann das sogenannte Fleisch halt auch aus sehr minderwertigen, schon verdorbenen Abfällen, Eutern, Federn, Blut, Urin und so weiter bestehen. Außerdem darf altes Frittenfett ebenso hinein wie andere Küchenabfälle. Man darf es konservieren, sterilisieren und mit allerlei Mittelchen behandeln. Es kommt also mitunter schon mit einer Menge Zusätzen im Tierfutterbetrieb an – einfach nur, weil der Herstellerbetrieb Fleisch der Kategorie 3 nach geltendem Gesetz eingekauft hat. Und all diese Zusätze müssen im fertigen Futter nicht deklariert werden.
Das Problem ist, dass sich das für Verbraucherinnen und Verbraucher kaum nachprüfen lässt. Mein Tipp: Im Zweifel kannst du einfach bei der Herstellerfirma anrufen und nachfragen.
Der kleine Chemiebaukasten der Futterindustrie
Ob sowas schmeckt? Es klingt jedenfalls nicht lecker, oder? Vor allem Katzen würden es ohne Lockstoffe wohl komplett verschmähen. Doch auch für Tierfutter sind jede Menge Zusätze erlaubt – ähnlich wie bei uns Menschen. Von Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und Konservierungsstoffen landet einiges in der Dose und im Beutel. Vieles davon muss zudem nicht deklariert werden.
Unter diesem Link kannst du eine Liste aller erlaubten Zusatzstoffe einsehen.
Hochverarbeitet: Hydrolyse und Proteinsolat
Es muss aber nicht nur Fleisch sein, auch durch Hydrolyse schon vorverdaute Proteine und Proteinsolate zum Beispiel aus Molke sind im Futter für deinen Liebling erlaubt. Das sind beides stark verarbeitete Zutaten, die man so in der Natur nicht vorfindet und die zusätzlich mit einem faulig-bitteren Geschmack daherkommen, der wiederum nach jeder Menge Aromen zur Maskierung schreit. Und ja, auch das verwendete Wasser muss keine Trinkwasserqualität haben.
Und was ist mit Trockenfutter?
Apropos Wasser – oder eher nicht genug davon: Trockenfutter ist zwar praktisch, besteht aber meist aus Tiermehl, Getreidemehl und manchmal ein bisschen Fleisch. Tiermehl besteht aus Kadavern von verendeten Tieren oder den oben beschriebenen Schlachtabfällen der Kategorie 3 und steht im Verdacht, einst vielleicht BSE ausgelöst zu haben – deshalb darf es heute nicht mehr an Tiere verfüttert werden, die auf unserem Teller landen. Im Futter deines Hundes oder deiner Katze aber schon. Es gibt auch Mehle, die nur aus Knochen bestehen, was in manchen Fällen vielleicht sinnvoll sein kann. Aber damit hat es sich meiner Meinung auch schon. Das Zeug hat in hochwertigem Tierfutter für mich nichts verloren.
Zudem enthält Trockenfutter kaum Feuchtigkeit, was sowohl Hunde und Katzen dringend brauchen. Vor allem Katzen nehmen Wasser überwiegend über die Nahrung auf und trinken nicht gerne. Hunde schaffen die empfohlene Menge bei Trockenfutter meist auch nicht. Flüssigkeitsmangel kann zu Nierenproblemen führen und sollte dringend vermieden werden. Ich würde dabei lieber kein Risiko eingehen.
Auch in Sachen Zahngesundheit bringt Trockenfutter nichts. Die Tierchen kauen es ja auch nicht lange genug. Zahnstein hat seine Ursache oftmals im Darm, weil das Mikrobiom durcheinandergeraten ist.
In Sachen Vitamine – wenig innere Werte
Klar, es gibt Katzen, die mit Trockenfutter angeblich 20 Jahre alt werden – das ist wunderbar, aber wer will es schon darauf ankommen lassen? Damit das Trockenfutter auf dem Papier alle Nährstoffe hat und schmeckt, darf es von außen mit Vitaminen, Mineralien und Aromen besprüht werden.
Vitamine und notwendige Mineralstoffe sind übrigens auch so eine Sache, denn bei nicht so hochwertigen Proteinquellen – ob feucht oder trocken – muss einfach wesentlich mehr zugegeben werden. Ein Zusatz ist sinnvoll und zur Deckung des Bedarfs notwendig, doch chemische Vitamine lassen sich nicht so gut vom Körper aufnehmen.
Welches Futter brauchen Hunde und Katzen?
Unsere Hunde und Katzen brauchen viel frisches Fleisch, das sie gut verwerten können und einige Ballaststoffe – bei Hunden auch gerne Kartoffeln oder Reis. Zudem müssen einige physiologisch notwendige Zusätze wie Taurin bei Katzen und die richtigen Vitamine hinein.
Am besten ernährst du dein Tier mit frischen Zutaten, entweder durch Selbstkochen, kenntnisreich barfen oder eine so hochwertige Nahrung wie ANIfit. Denn solch ein hochwertiges Nassfutter enthält alle notwendigen Nährstoffe, 90 bis 99 Prozent frisches Fleisch, das von der Qualität her auch für Menschen zugelassen ist, Wasser in Trinkwasserqualität und keinerlei Aromen, Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Lockstoffe.
ANIfit – artgerechtes Hunde- und Katzenfutter aus Schweden
Das Futter wird in Schweden nach sehr strengen Richtlinien produziert. Auch das Fleisch stammt aus Schweden, wo enorm hohe Anforderungen an Tierwohl bestehen. Tiermehl ist ebenso verboten, wie die präventive Gabe von Antibiotika.
ANIfit ist zudem für Tiere jeden Alters geeignet. Es gibt einige Fütterungsempfehlungen und Anpassungen, die hilfreich sind, aber ein spezielles Futter für bestimmte Rassen oder Altersstufen ist nicht notwendig.
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Ich bin Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen, sowie freiberufliche Redakteurin und Künstlerin.
Meine beiden Katzen Taiga und Lilou zeigen mir immer wieder, wie sehr Gesundheit und Wohlbefinden im Napf beginnen – am besten in Lebensmittelqualität und ohne Schnickschnack. Der achtsame Umgang mit Tieren und das Verständnis für ihre spezifischen Bedürfnisse sind mir ebenfalls enorm wichtig.
Als Künstlerin und studierte Kulturwissenschaftlerin macht es mir zudem riesigen Spaß, über Katzen und Hunde in Kunst und Kultur zu schreiben – und natürlich sie in Zeichnungen, Malerei, Textilkunst und Design zu verewigen.



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