Katzen auf artgerechtes Futter umstellen – Mythen und Tipps
Du würdest deine Katze gerne auf eine Nahrung mit viel Fleisch und ohne Zusätze umstellen, doch sie frisst nur Futter XY aus dem Discounter – womöglich sogar nur Trockenfutter?
Das kenne ich, denn Katzen haben ihren eigenen Kopf. Aber es gibt dennoch einiges, was du tun kannst. Im Folgenden habe ich einige Tipps für dich. Zunächst einmal solltest du zwei gängige Mythen über den Haufen werfen.
Mythos 1: Die allwissende Katze
Katzen wissen schon, was gut für sie ist, ist so ein hartnäckiger Mythos. Dem ist leider nicht so. Klar, unsere Samtpfoten sind clever und lernen schnell. Doch bei Nahrung geht es eher darum, was die Tierchen kennen – und mit welcher Nahrung sie bisher überlebt haben. So speichern sie das Futter als sicher ab, was in der freien Natur Sinn macht, denn dort gibt es keine Aroma- oder Lockstoffe.
Denn Katzen haben einen enorm feinen Geruchssinn und ob sie minderwertiges Fleisch, Federn oder Getreideproteine freiwillig fressen würden, wage ich zu bezweifeln. In vielen Katzenfutter stecken deshalb jede Menge Lock- und Aromastoffe, die das Futter schmackhaft machen – und von denen die Samtpfoten geradezu süchtig werden. Denn leider ist in vielen Nassfuttersorten zu wenig frisches Fleisch, sodass ordentlich nachgeholfen wird, damit die Tierchen reinhauen. Und sie gewöhnen sich daran und halten das vertraute Futter für das Beste. Manche sind seit frühestem Kittenalter auf einen bestimmten Lockstoff konditioniert und müssen einen richtigen Entzug machen.
Das ist vergleichbar mit Menschen, die viel Zucker, Fertiggerichte oder Fast Food mit künstlichen Zusätzen essen. Der hohe Salzgehalt, die starke Süße und der intensive Geschmack werden zur Normalität und gesundes Essen schmeckt zunächst fad. Nach einer Umstellung auf frisches, gesünderes Essen erscheint das zuvor Normale dann jedoch unfassbar überwürzt und pappsüß. Ähnlich ist es mit Katzenfutter.
Kurzum: Nur weil deine Katze Futter XY gerne frisst, ist das noch kein Qualitätsmerkmal. Deine Katze ist vielmehr auf einen bestimmten Geruch – oder manchmal auch auf eine bestimmte Textur konditioniert. Und durch die starken Aromen kann die Katze die Qualität des Futters ja gar nicht mehr erschnüffeln.
Mein Tipp: Schaue lieber aufs Etikett und entscheide dann, ob das Futter wirklich gut für dein Tierchen ist. Denn deine Katze kann das nur vom Geschmack her schlecht beurteilen. (Hier in meinem Artikel erfährst du mehr über das Etikett)
Wenn dein Tier und du die Umstellung geschafft habt, merkst du, dass allein der reine Fleischgeschmack so verführerisch für deine Katze ist, dass Aromen unnötig sind.
Mythos 2: Lieber verhungert sie …
Hilfe, meine Katze frisst das nicht und verhungert. Mir bleibt keine Wahl. Es stimmt, dass Katzen aus gesundheitlichen Gründen nicht lange fasten sollten. Doch vor einem vollen Napf werden sie sicherlich nicht verhungern. Klar, fremdeln sie zunächst. Es ist etwas Neues und Ungewohntes und sowas braucht Geduld und ein wenig Vertrauen.
Und hier sind wir auch schon beim Knackpunkt: Die Halterinnen und Halter. Denn oftmals sind es die Vorstellungen der Katzeneltern, die das Ergebnis beeinflussen. Sicherlich willst du das Allerbeste für dein Tier – und möglicherweise interpretierst du den Unwillen deiner Katze neues Futter zu fressen deshalb um. Sie will es nicht und ich will sie nicht leiden sehen. Dann ist das Futter einfach nichts. Das arme Tier.
Das verstehe ich sehr gut, doch die Schlussfolgerung ist leider falsch. Denn sie mag es im Moment nicht, doch auf lange Sicht würde sie enorm von gutem Futter profitieren. Doch das weiß sie nicht. Deshalb liegt es an dir.
Doch viele Katzeneltern geben einfach auf und sagen schlichtweg, dass ihre Katze einfach alles Hochwertige ablehnt. Andere Katzeneltern pflichten dem oft bei und alle zucken mit den Schultern und füttern einfach weiter Futter mit Zusatzstoffen und Schlachtabfällen.
Aber wenn du an die Lockstoffe und die Macht der Gewohnheit denkst, verstehst du vielleicht, warum das so schwer für deine Katze ist. Sie braucht einfach eine gewisse Umgewöhnungszeit und etwas Unterstützung. Sie vertraut dir und du kannst ihr helfen – auch indem du nicht so schnell aufgibst und durchhältst. Wenn du mitziehst, schafft deine Katze das auch.
Tipps für eine gelungene Futterumstellung
Eins vorneweg: Tu so, als wäre alles normal. Das heißt, mache bitte keinen Riesenbohei, wenn du neues Futter für deine Katze besorgt hast. Dann wird sie direkt misstrauisch und befürchtet das Schlimmste. Stelle zunächst eine kleine Portion des neuen Futters hin und lass ihr Zeit. Bleib ruhig mal in der Nähe, rede aber nicht auf dein Tierchen ein oder beobachte gar alles mit Argusaugen. Sei einfach im Raum und verhalte dich unauffällig. Manche Katzen brauchen mehr Raum, andere fassen schneller Vertrauen, wenn du nah dabei bist. Das solltest du bei deiner Katze einfach ausprobieren. Wenn es beim ersten mal nicht klappt, bleib bitte einfach weiter dran. Lass das Futter jedoch nicht allzulange stehen – auch schon aus hygienischen Gründen. Nimm es nach einiger Zeit einfach weg und probiere es späer noch einmal.
Untermischen oder totaler Entzug mit Geheimgewürz
Es heißt oft, man solle das neue Futter unter das alte mischen. Aber bei manchen Katzen funktioniert tatsächlich der totale Entzug am besten, vor allem, wenn die Katze zuvor sehr aromatisiertes Futter oder Trockenfutter bekommen hat. Rotbarschpulver, Hühnerherzen, Fisch- oder Fleischgewürz (ist kein Gewürz, sondern sehr schmackhaftes Pulver aus gefriergetrockneten frischen Zutaten) sind bei vielen Katzen ein echtes Wundermittel. Der intensive Geschmack stellt die alten Lockstoffe oft in den Schatten und die Umstellung geht wesentlich leichter. Hier ist ein wenig Experimentierfreude gefragt. (Schau gerne hier in meinem Pfotenfutter-Shop)
Weg mit dem gewohnten Stoff
Idealerweise entfernst du auch ungeöffnete Packungen des alten Futters aus dem Wohnraum und verstaust sie im Keller oder anderswo. Denn Katzen riechen extrem gut. Und solange der „gewohnte Stoff“ noch irgendwo in der Nähe ist, meiden sie oft das neue Futter.
Geduld ist alles
Wie gesagt, du brauchst ein wenig Geduld und ein paar starke Nerven. Am besten klappt es, wenn du etwa zwei Wochen Urlaub hast. Denke daran, dass es deiner Katze nicht leichtfällt, neues zu akzeptieren – das hat die Natur einfach so vorgesehen. Aber lass dich nicht unterkriegen und behalte immer das Ziel vor Augen. (Im Zweifel lies mal meinen Artikel über artgerechtes Katzenfutter, um dir vor Augen zu führen, was du deiner Katze nicht mehr im Futter zumuten möchtest. Das spornt vielleicht an.)
Zusammengefasst: Stelle das Futter hin – am besten angewärmt und in kleinen Portionen – gib eventuell etwas Fischflocken, „Gewürz“, Lachsöl oder ähnliches darauf. Wenn sie es nicht anrührt, nimm es weg und probiere es später noch einmal. Wenn sie es frisst, kannst du einen kleinen Nachschlag geben.
Tipps zum Umgang mit übriggebiebenem Futter
Damit du während der manchmal holprigen Umstellung nicht massenweise Futter wegwerfen musst, gib die Tagesmenge nach dem Öffnen der Dose in ein sauberes Glas mit Deckel und stelle es in den Kühlschrank (dort bleibt ANIfit in der Regel zwei Tage frisch) und friere den Rest in kleinen Portionen in einen Eiswürfelbereiter ein. So hast du einen Vorrat, der nicht sofort verdirbt. Und das Futter oxidiert nicht in der Dose – den Geschmack mögen viele Katzen nämlich überhaupt nicht.
Du möchtest Unterstützung?
Wenn du eine kostenlose und individuelle Begleitung bei der Umstellung möchtest, kontaktiere mich, ich berate dich gerne und lade deine Katze auf ein Testessen mit ANIFit ein. Und ich betreue dich und dein Tier während der Umstellung. Du kannst mich bei Fragen oder Schwierigkeiten jederzeit kontaktieren. Gemeinsam finden wir die Lösung, die für deine Katze am besten ist – und auch deine Nerven schont.
Umstellung auf auf ANIfit – Mein Erfahrungsbericht:

Seit ich meine beiden auf ANIfit umgestellt habe, genügt es schon, wenn ich mich in die Nähe des Futterlagers begebe. Das war nicht immer so. Am Anfang dachte ich, dass die zwei ganz mager würden, da sie das Futter nur kurz anschauten und dann einfach weggingen. Es war sicherlich hilfreich, dass die beiden aus dem Tierschutz kamen und ich keine Chance hatte zu wissen, welches Futter sie kannten.
Lilous Argwohn
Vor allem die kleine Lilou (oben im Bild vorne) war schwierig – und wollte eigentlich lieber Trockenfutter. Sie war sehr kritisch, näherte sich zu Beginn nicht einmal dem Napf. Puh. Das Futter stand einfach so rum. Also weggeräumt, Pause gemacht und dann wieder versucht. Begeisterung sah anders aus, aber ich hatte ja keine andere Wahl.
Am Anfang hatte ich noch normales Nassfutter – zwar schon mit hohem Fleischanteil, aber weder bio noch mit Frischfleisch in Lebensmittelqualität. Nach ein paar Wochen bin ich zunächst auf Bio-Futter umgestiegen, was sie schließlich nach umfangreichen Bemühungen gut fraßen. Als ich ANIfit entdeckte, haben sie zu meiner Überraschung echtes Interesse gezeigt. Sie waren ein wenig zögerlich, ließen aber letztlich nichts auf dem Teller. Ab und zu musste ich mit Rotbarschflocken nachhelfen – dann konnten sie nicht widerstehen.
Lilous empfindliche Verdauung
Die kleine Lilou hatte am Anfang mit Darmreaktionen zu kämpfen – das war allerdings schon beim Einzug so. Sie hatte ständig Durchfall und Erbrechen. Zudem war sie sehr ruhig und hat sich viel zurückgezogen. Das besserte sich langsam. Da sie immer besser fraß, regelmäßig trank und agiler wurde, war es relativ klar, dass der Adoptions-Stress, die vorherige Ernährung und dann die Futterumstellung die Ursachen waren. (Bitte beobachte dein Tier genau und wenn Durchfall länger als 48 Stunden anhält, gehe zum Tierarzt. Denn es können auch immer Parasiten oder andere Ursachen sein. Die Tiere können zudem schnell dehydrieren und das ist gefährlich.).
Kleine Helferlein aus der Natur
Zunächst habe ich ihr Huminsäure gegeben, das ist aus Pflanzenkohle und bindet Giftstoffe im Darm und hilft gegen Durchfall. Doch das war keine Dauerlösung und ist eher als Retter gedacht. (Es ist kein Medikament, deshalb bekommst du es nicht nur in der Apotheke, sondern auch im Programm von ANIfit als Verdauungsretter)
ANIfit hat jedoch ein Produkt namens Power-Darm im Programm, das erstaunlich schnell Besserung gebracht hat. Als die Problemchen nach der Kur kurzzeitig wieder auftauchten, beschloss ich, eine kleine zusätzliche Kur mit Bierhefe und Chlorella zu machen, da Chlorella eine entfiftende Wirkung auf den Darm haben soll. Zudem können sich durch die hohe Nährstoffdichte der Alge und der Bierhefe eventuelle Nährstofflücken schließen lassen. Ein Nebeneffekt: Die Hefe bringt viel Geschmack und die Tierchen haben richtig reingehauen.
Bitte beachte unbedingt, dass zu viel des Guten auch zu einer Überdosierung führen kann und die Tierchen irgendwann hyperaktiv werden. Eigentlich ist dieses spezielle Ergänzungsmittel super für ältere Tierchen oder während der Rekonvaleszenz nach Krankheit oder Operation und nicht für gesunde Jungspunde. Aber nach längerer Fütterung mit Trockenfutter und Co. kann eine kurze Gabe schon mal sinnvoll sein. Auch dabei berate ich dich gerne.
Mehr Energie und Spaß
Bei meinem kleinen Silbertigerchen Lilou hatte es durchschlagenden Erfolg und die Problemchen sind verschwunden. Sie liebt das Futter und boxt ihre Freundin Taiga rigoros weg – obwohl die ein ganzes Kilo mehr wiegt.
Beide haben viel Energie und ein glänzendes Fell. Aus der ehemals schüchternen Lilou ist ein freches und verschmustes Kätzchen geworden, die nur so vor Energie strotzt. Das hat mich wirklich überrascht. Die große Taiga ist ausgeglichener geworden, hat eine regelmäßige Verdauung (sie litt zuvor eher an Verstopfung) und hat glänzendes, weiches Fell. Und Gesundheit und Wohlbefinden sind ja die Hauptsache. 🙂
Ich bin Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen, sowie freiberufliche Redakteurin und Künstlerin.
Meine beiden Katzen Taiga und Lilou zeigen mir immer wieder, wie sehr Gesundheit und Wohlbefinden im Napf beginnen – am besten in Lebensmittelqualität und ohne Schnickschnack. Der achtsame Umgang mit Tieren und das Verständnis für ihre spezifischen Bedürfnisse sind mir ebenfalls enorm wichtig.
Als Künstlerin und studierte Kulturwissenschaftlerin macht es mir zudem riesigen Spaß, über Katzen und Hunde in Kunst und Kultur zu schreiben – und natürlich sie in Zeichnungen, Malerei, Textilkunst und Design zu verewigen.


